Schlagwort-Archive: II (UIAA-Skala)

Fiescheralp –  Unners Tälli – Tälligrat – Märjelensee  – Märjelenwang – Galkina – Stock – Strahlgart 3310 –  Galkina – Gletscherstube – Obers Tälli – Fiescheralp

Die neue Gondelbahn bringt mich direkt vom Bahnhof Fiesch zügig auf die Fiescheralp. Wandere locker zum Unners Tälli. Ab hier steigt der gute Wanderweg auf den nördlichen Tälligrat. Von hier ist der  Fieschergletscher zusammen mit dem Finsteraarrothorn und Wasenhorn in bester Perspektive zu sehen. Mache eine Genusspause.
Und weiter zum Märjelensee. Am See verlasse ich die markierten Pfade und gehe gegen Galkina. Ein erkennbarer Hüterpfad leitet mich um den Wang herum. Quere den ersten Bach und gehe nun auf dem Boden unter den Hütten von Galkina Richtung Stock. Die Flanke hoch zum Grat. Erleichtert durch ein kaum genutzten Pfad. Oben auf dem Stock ist man dem Wannenhorn schon sehr nah. Die Landschaft ist ein Traum. Letzte karge Grasnarben, zerrissene Felsplatten und immer mehr von Gletschern geschliffene Felsen. Je höher ich steige je mehr Schneefelder zeigen sich. Bald gehe ich auf einer kompakten Schneedecke. Es wird strenger die Höhe, die Sonne, der Schnee und die immer steileren Hänge verlangen viel Kraft.
100 Höhenmeter unter dem roten markanten Felsturm (3315m) am nördlichen Strahlgart stehe ich sogar auf blankem Eis. Nicht gut ohne Technik. Suche Schnee gefüllte Rinnen. Einen Aufschwung meistere ich auf einer Fels Rippe. Und stehe nun auf dem über firmten Sattel vor dem Grat. Um an den roten Turm und die Sicht auf den Aletschgletscher zukommen muss ich klettern. Gehe so direkt wie ich kann. (II UIAA) etwa 45 Höhenmeter. Bin bald auf der Kante und gehe auf dieser möglichst nah an den Turm heran. Besteigen kann ich ihn nicht. Geniale Sicht auf den Gletscher und die Berner Alpen. Durchatmen und geniesse.
Der Abstieg: Erst zum Schnee herunter klettern. Folge der Kante nach Westen vorbei an der Ausstiegsroute. Und siehe da es ist etwas einfacher. Das Problem sind hier die losen Felsbrocken und Platten auch grosse Felsen sind nicht immer stabil. Auf dem Schnee bergab (700 Höhenmeter) ist es ein Spass. Gehe ganz nah am Strahlgart,  komme so schnell und bequem tiefer. Achthundert Meter vor dem Strahlhorn gehe ich südöstlich Richtung  Galkina. Mehrere Bäche stürzen sich hier über die runden Felsen. Schön! Ein Weg durch die Fels Rippen und Kuppen finde ich immer. Auf Galkina treffe ich auf den bekannten  Pfad zu den Märjelen Seen. Zum Schluss noch ein Spurt. Durch den Tunnel durchs Obere Tälli und auf der Strasse/Piste zur Gondelbahn auf der Fiescheralp.

Fazit: Super Wetter. Einsame, herrlich Landschaft. Kräftebrauchender Höhepunkt. Gerne wieder in der Gegend auch wegen der praktischen neuen Zubringer Bahn. GA und TK sind voll gültig.

Gesamtstrecke: 22307 m
Maximale Höhe: 3280 m
Minimale Höhe: 2120 m
Gesamtanstieg: 1664 m
Gesamtabstieg: -1664 m
Gesamtzeit: 07:04:19
Download file: 2020-07-08-Strahlgrat.gpx

 

Passo del San Gottardo – Alpe di Fortünéi – Bassa della Prosa – Monte Prosa – Pizzo Fortünéi – Gloggentürmli – Alpe della Prosa – Valletta – Ovi della Cassinetta – Lago della Piazza

Das Postauto bringt mich bequem von Airolo auf den Gotthardpass. Wandere nach Norden am östlichen Rand der Seen entlang. Folge nun dem Strasse von der Passhöhe zur Alpe di Fortünéi. Es ist ruhig dahinten unweit vom Trubel auf dem Pass – ich bin den ganzen Tag allein unterwegs. Kurz vor der Hütte bei Punkt 2305 verlasse ich den Weg  und steige durch die Valletta auf. Auf halber Höhe beginnen ausgedehnte Schneefelder.  Weiter zur Bassa della Prosa die letzten fünfzig Höhenmeter auf Blockschutt. Schön warm der Aufwind der vom Lago della Sella aufsteigt.. Gehe Richtung Südwesten auf dem breiten Grat. Auf 2700 Meter Höhe ändert sich die Unterlage statt Gras und Sand  sind jetzt Blockfelshaufen zu meistern.  Etwa 120 Meter vor dem Gipfel habe ich die Höhe fast erreicht. Aber die Route ist nun ausgesetzt und nicht immer klar. Links, rechts oder überklettern ist mehrmals gefragt. Am grössten Block kurz vor dem Gipfel scheitere ich links und direkt ist mir zu arg. Also muss ich rechts etwas runter und auf Altschnee blanchierend passieren. So gelange ich unter den Gipfelaufbau. Ein paar Meter leicht klettern und ich stehe auf dem Gipfel des Monte Prosa.  Pause und Aussicht geniessen!
Zurück ist der Weg klar. Ich bin flink auf der Bassa. Von hier steige ich Richtung Norden der kontinentalen Wasserscheide nach auf. Die Felszacken auf der Route sind leicht zu überklettern. Das letzte Stück zum Gipfel ist dann glatter. Ich erreiche den Höchsten Punkt des Pizzo Fortünéi über ein Schneefeld. Pause, verpflegen und ein Mittagsschaf  an der warmen Sonne.
Der Abstieg: Auf ausladende Schneewächten bis an die ersten Zacken der Gloggentürmli. Hoppla da muss ich ja etwas mehr aufpassen. Zwei abfallende, sandige Passagen und ich stehe am Gloggentürmli Pass. Ein paar Fotos und weiter. Und auf  den obersten Boden mit dem Seeli über der Alpe della Prosa zurück. Das Wasser ist blau gefroren. Gehe weiter bis zur Lücke nördlich von Punkt 2654 und steige in einen Bogen in der Valletta zu meiner Aufstiegsspur ab. Kreuze diese am Riale di Fortünéi  und ziehe Richtung Punkt 2447. Schau ob ich ins Ovi della Cassinetta absteigen kann. Wahrscheinlich über das grosse Blockfelsfeld unter Punkt 2605. Steige also wieder bergauf. Die Landschaft ist ein Traum. Plötzlich sehe ich wie ich absteigen kann. Ein Schneeband bietet sich gerade zu an. Auf 2500 Meter Höhe klettere ich fünf Meter  über eine Fels Rinne zum Schnee ab. Nun die 250 Meter lange  Schneerutsche bergab – was für ein Spass. Erreiche den  Stufe auf  2400 Meter Höhe mit Liegefelsen. Hier geniesse ich die Sonne in vollen Zügen, mit Sicht zur wilden  Nordostflanke des Monte Prosa.
Von hier bin ich in 25 Minuten am Gotthard Hospiz wo mein Postauto abfahrbereit steht.

Fazit: Monte Prosa – ein Gedicht.

Gedanken zum Gotthardpass und Hospiz.
Was da oben alles verbaut wurde und wird! ( Neu 2020 Windräder mit notwendigen Zufahrtsstrassen).
Das touristische Angebot ist bescheiden bis öde. Man sieht: Das mehrheitlich motorisierte Tourist ist mit dieser unterklassigen Darbietung zufrieden.

Gesamtstrecke: 13570 m
Maximale Höhe: 2780 m
Minimale Höhe: 2089 m
Gesamtanstieg: 1102 m
Gesamtabstieg: -1102 m
Gesamtzeit: 05:23:31
Download file: 2020-06-24-Monte-Prosa.gpx

Melchsee-Frutt – Bonistock Basis – Murmoltereneggen – Tannenrotisand –  Rotsandnollen – Schönboden – Wolfisalp – Unterboden – Schwend – Stöckalp.

Vor Jahren musste ich diese Tour mit Schneeschuhen abkürzen. War erkältet und mir fehlte die Kraft bis ganz hoch zum Gipfel trotz gutem Wetter und perfekter Spur. Heute ohne Schnee – aber nur bis kurz unter dem Gipfel…
Gehe von der Bergstation Melchsee-Frutt nach Westen zum See herunter und folge dem Ufer bis zum Lift. Kurz danach gehe ich hoch zu unter die Felswand des Bonistock. 150 Meter vor mir eine Mutter mit Kletterseil und Kindergarten Kind. Sehr bunt angezogen die Beide. Nach 10 Minuten gehen: Ein Schrei – von unter „HALTT ZURÜCK ALLES IM KASTEN“ Ein Kamerateam unter uns dreht wohl ein Werbefilm. Titel: „Mit Kind und Seil zur Felswand und wieder zurück.“
Nächste Episode ohne Kamera. Der Felswand des Tannenschildes entlang auf dem markierten Wanderweg. Bis zur Fahrstrasse unter dem Türmli. Dies führt zu einem Wasserreservoir. Ab hier Weglos. Erst ein kleine  Moorlandschaft ein Tal hoch. Danach Plattenkarst um 30° steil, gehbar. Oben vor dem Tannenstock überraschend Felsplatten auf einer Ebene mit diversen Pfützen. Die Landschaft erlebe ich total anders als im Winter – phantastisch – gleicher Ort zwei Welten.
Zum Tannenrotisand direkt hoch und nicht wie ich geplant hatte der Skispur nach. Dumm ist oben gegen 40° Beschaffenheit Tonstein. Schaff es ohne Ausrutscher und komme auf dem scharfen Teil des Gastes an. Kein Problem im Winter mit grosser Wächte und im Sommer ohne Schnee. Heute liegt aber bis 10cm Schnee auf den glatten aufgestellten Felsplatten. Zum Glück ist es nur knapp 30 Meter zum breiten Gratabschnitt. Nun noch der Gipfelaufbau. Auf einem Schneefeld (30cm tief) an die erste Felsstufe. Dann sanft an die finale Hürde, ein Felsband mit einem gut gehbaren Durchbruch.  Denn sieht man von unten besser als von oben, also merken.
Der Gipfel mit Panoramablick. Und Tiefblick über den Trübsee nach Engelberg. Die Arena zeigt Rotstock, Spannort, Titlis, Webdestöcke, Schreckhorn, Wetterhorn, Glogghüs, die nahe Bargen Schibe,  Schratteflue, den Jura im Dunst und nah Hanghorn, Huetstock im Norden.
Abstieg: Tannenrotisand dann nach Norden. Das Gröll- heute Schneefeld wäre gut. Ich steige aber etwas östlich aufrecht über trocken Feld ab. Und gelange so in Kletterkarst (UIAA II) So etwas will ich eigentliche ich nicht. Schaffe die 30 Höhenmeter. Unten Kopfschütteln über meine (Un-)Vernunft.
Gehe nun über Karst hoch Richtung Fulllücke. Zu viel Schnee, also vernünftig bergab dem Wasser nach auf den Schönboden (Nomen est Omen)  Genussvoll über die Wolfisalp Hier treffe ich auf den Wanderweg zur Alp Unterboden .Wüste zertreten auf Viehabtrieb. Vom Unterboden steil über Weiden nach Schwend und zur Stöckalp.

Fazit: Winter ist nicht Sommer. Schön Tour bis zur Wolfisalp.  Würde ein anders Mal ab der Wolfsalp über Zigerboden – Bettenalp auf dem Höhenweg hoch zur Melchsee-Frutt gehen. Der Weg dürfte angenehmer zu gehen sein.

Gesamtstrecke: 16133 m
Maximale Höhe: 2663 m
Minimale Höhe: 1052 m
Gesamtanstieg: 1007 m
Gesamtabstieg: -1854 m
Gesamtzeit: 06:25:59
Download file: 2019-09-12_Rotsandnollen.gpx