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Dischma Hof – Träjen – Bärgalp – Am Berg – Chiselgrat – Baslersch Chopf – Büelenhorn – Büelenberg – Ischlag – Ob den Zünen – Bünda – Davos Dorf


Starte in Dischma Hof. Ein schmaler Alpweg schlängelt sich den Hang hoch bis zur Hütte auf der Bärgalp. Heute könnte man auch direkt durch den Lawinenzug hoch. Ich gehe  jedoch gemütlich auf dem schneebedeckten Weg. Nach der Alphütte wird es ernst. Steige mehr oder weniger direkt durch die nur selten über 30° steile Flanken Am Berg hoch. Immer schön auf der geplanten Route. Spuren in meine Richtung gibt es keine, erstaunlich so nah an Davos. Die Schneedecke bis zum Chiselgrat ist stabil und griffig. Mühsam zu gehende Triebschneeansammlungen sind selten. Der Grat ist im Norden breit  und nicht immer klar zuerkennen. Eine attraktive Schneelandschaft  ist geformt. Im  südlichen Teil wird es enger und es sind zwei kurz ausgesetzt Traversen zu meistern. Den Gipfel des Baslersch Chopf erreich ich über einen fünf Meter hohen Felsen – die Schneeschuhe habe ich deponiert. Tolle Sicht zum Sentisch Horn, über dem Flüelapass zum Weisshorn. Nach Südwesten über das Dischmatal bis zum Piz Kesch. Die Skitüreler sind von Wägerhus zum Sentisch Horn unterwegs – in Kolonnen. Zwei weiter sind auf dem Vorgipfel des Baslersch Chopf. Ganz oben bleibe ich alleine.  Pause, verpflegen, Aussicht geniessen   und zurück über den Chiselgrat zum Büelenhorn.. Ein Traumgrat. Ein Abwechslungsreiches auf und ab, dabei nie streng. Und niemand hat den Kamm in letzter Zeit betreten – es gibt keine Spuren. Vom Gipfel (nun mit wenigen Spuren) erst sanft fallend dann über ein Steilstufe (kurz 35° steil)  auf den Büelenberg. Bis zur Waldgrenze ist die Landschaft lieblich, das Gelände sanft. Bald bin ich durch den Wald auf dem  Weg dem ich bis zum Bünda  Skilift folge. Weiter zehn Minuten über die Piste und ich bin in Davos Platz.
Wichtig: Der wenig bewaldete Aufstieg durch den Träjen /Am Berg  Lawinenzug ist nur bei geringer Lawinengefahr zu empfehlen.

Fazit. Schöne abwechslungsreiche Route. Sehr nah an Davos und doch Menschenleer.

Gesamtstrecke: 13159 m
Maximale Höhe: 2599 m
Minimale Höhe: 1555 m
Gesamtanstieg: 1090 m
Gesamtabstieg: -1204 m
Total time: 05:00:40
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Bernina Diavolezza – Val da Fain – Vidvart la Stretta – Piz dals Lejs – Muot Arduond – Passcul d’Avuost – Val Torta – Punt da Curtinatsch

Schön Wetter – ganz im Süden sagt MetoSchweiz. In Chur fällt Schnee. Die Landschaft vom Domleschg bis ins Albulatal sieht aus wie im richtigen Winter. Im Val Bever dann die ersten Sonnenstrahlen.
Fahre bequem von Chur nach Bernina Diavolezza. Fünfzig Meter nach der Station wandere ich im schönsten Neuschnee Richtung Alp Bernina. Die Sonne scheint und… es bläst ein scharfer Wind von Norden über den Pass. Zum Glück lässt dieser nach sobald ich das Val da Fain erreiche.
Spurlos, sanft steigend folge ich dem tief eingeschnittenen Ova da la Val da Fain. Nach einer guten Stunde bin ich auf der Alp Stretta.
Nun beginnt der Aufstieg. Erst in der Sonne dann im Schatten Richtung Sattel zwischen Muot Arduond und Piz Minor. Je höher ich komme je stärker meldet sich die steife Bise zurück. Die folgende Ebene ist Wind geformt und stark zerklüftete. Ich orientiere mich an der riesigen Wächte die sich über den Giandas Minor  gebildet hat und zum Gipfel des Piz dals Lejs hoch zieht. Ohne Schaufel ist das Hindernisse nur in der Mitte begehbar.
Der Grat zum Gipfel ist eindrücklich. Komme ich da hoch? Ja – die Schneedecke ist griffig und noch wichtiger stabil. Nur auf der Westseite löst sich ab und zu eine grössere Schneescholle – also eher östlich der Kante abstehen. Die Schlüsselstelle ist nur kurz. Vom Gipfel sieht man in alle Himmelsrichtungen; dominant Piz BerninaPiz Palü, ganz nah der Piz Lagalb. Und natürlich der leicht höhere Nachbar Piz Minor. Von Norden fliessen immer wieder Nebelfetzen die über die Gebirgskämme beim Piz Stretta.
Gehe noch bis zum italienischen Grenzstein herunter und mache mich dann auf den Rückweg. Nun habe ich den Wind von vorne. Muss mich voll einpacken Windjacke mit voll zugezogener Kapuze, Gesichtstuch bis unter die Augen und die Mütze bis knapp über die Augen diese schützten meine Korrekturbrille. Handschuhe mit übergezogenen Socken und zwei dicke Pullover.
So eingepackt komme ich gut den steilen Grat herunter. Dann durch die wilde Ebene und noch einen Abstecher zum Muot Arduond. Den Piz Minor schenke ich mir heute. Ich komme wieder. Der Abstieg ins Heutal ist optimal finde die mit Schnee voll gewehten Rinnen. Quere bald nach Westen zu Punkt 2582 und Punkt 2523. Hier an der Sonne kann ich abrüsten. Mütze, Handschuhe, und Pullover ohne Jacke, das reicht nun. Den der Wind kommt nicht ins Val da Fain hinein.
Gut vier Kilometer lang ist mein Weg bis zur Punt da Curtinatsch noch. Für ein Tee am Ziel reicht es nicht. Aber im Panorama Express nach Chur sitze ich dann im Restaurant.

Fazit: Einsam, wie unberührt, schöne Landschaft oft mit Aussicht auf die Bernina Gruppe. Sibirischer Wind auf den Höhen

Brambrüesch – Spundisköpf – Hühnerköpfe – Furggabüel – Dreibündenstein – Term Bel – Plaun Latscheras – Fulbergegg – Fulhorn – Alp dil Plaun – Leg Palus – Alp Veulden – Feldis

Der Neuschnee ist ein Traum sogar in Chur ist die Landschaft verzuckert.

Starte in Brambrüesch gehe den Grat hoch zu den Spundisköpf. Der Weg ist spärlich markiert,  spurlos, steil aber meistens griffig. Ein erster und ein zweiter Kopf kurz steil herunter und dann eben weiter zur Skipiste unter den Hühnerköpfe. Der Schneeschuhtrail verläuft westlich der Skiabfahrt bis zum Sessellift. (Den Lift kann man nutzen um 220 Meter Höhe zu sparen). Ich verzichte und steig deutlich östlich der Skipiste auf. Nur für die letzten Meter zum Furggabüel quere ich den Lift und steige über eine Rippe hoch.

Hier werde ich von einer Drohne verfolgt – Nervig! Oben spreche ich den Piloten an… Er filmt für Chur Tourismus. Gebe ihm zu verstehen das ich mich auf keine Weise im Web sehen will.

Die Skiabfahrten werden rege genutzt. Nach dem Furggabüel ist es dann menschenleer. Geniesse die Ruhe und ziehe ein Spur über den Dreibündenstein. Auf der Ebene ist der Schnee windgepresst. Mit wenig Kraftaufwand gelange ich über das Plaun Latscheras zum Westgrat der Fulbergegg. Wie erwartet ist der Rücken schneearm und sehr griffig. Mit einem Zwischenspurt komme ich so rasch auf den der Egg. Ohne Pause weiter über den Wächten besetzten Grat zum Fulhorn.

Super klare rundum Sicht. Die Sonne wärmt kräftig. Packe die Wasserflasche aus und schwups rutsch sie mir aus der Hand. Sie gleitet unaufhaltsam das südliche Schneefeld runter. Ich gebe sie auf – dann bleibt sie achtzig Höhenmeter weiter unten stehen. Nun dann muss ich wohl oder übel weiter Richtung Süden. Steige ab zur Flasche und weil ich schon fast da bin noch weiter bis zum Sattel zwischen Val da Tumegl und dem Wititobel. Zum Dank kann ich hier die gewaltigen Wächten fotografisch festhalten. 20 Minuten hat mich das Malheur gekostet.

Der Abstieg: Erst zurück zur Fulbergegg dann  in den nordöstlichen Pulverschneehang – Ein rasanter Lauf. Bei Culm Ault von mache ich eine Pause – die Sonne geniessend. Dann komme ich vor der Skihütte Term Bel auf dem Winterwanderweg nach Feldis. Schön – das Panorama ist überwältigend. Bequem am Leg Palus vorbei über die Alp da Veulden und Cularera gelange ich so nach Feldis.

Fazit: Guter Schnee, viel Sonne.  Hervorragende Gegend zum Schneeschuhwandern. Wer es weniger streng mag startet in Feldis/Mutta auf 2000 Meter Höhe.

Gesamtstrecke: 18492 m
Maximale Höhe: 2502 m
Minimale Höhe: 1463 m
Gesamtanstieg: 1261 m
Gesamtabstieg: -1391 m
Total time: 06:14:48
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Tschierv Orasom – Funtauna Grossa – Lai da Chazfora – Piz Chazfora – Piz Turettas – Chazfora – Era da la Bescha – Curtin Dadora

Regen in Zürich Sonnenschein im Münstertal das heisst früh aus dem Bett.

Starte in Tschierv Orasom gleich  neben der Bushaltestelle. Steige zügig  auf der  Tourenskiabfahrt durch den Wald auf. Über Funtauna Grossa ist der Waldes Schutzgebiet mit einem Wintersportkorridor versehen. Ab und zu scheint die Sonne durch die Bäume. Über der Waldgrenze dann Sonne pur und zu meinem Missfallen Wind – unangenehm beissend. Nutze eine gefestigte Skispur von Era da la Bescha über die Alp bis zum Lai da Chazfora. Erfreut stelle ich fest das es hier oben windstill ist. Nun kann ich den Schlussaufstieg voll geniessen . Vom  See nach Westen über ein sanften Grat zum Piz Chazfora die Landschaft ist ein Traum. Dann leicht steigend über die gewellte Chazfora zum  Nordhang des Piz Turettas. Was nun kommt ist knackig. 95 Höhenmeter bei 35° Steigung und mehr. Ein leichter Grat und Skitourenspuren weisen mir die Route. Zum Glück ist die zwei Meter hohe Gipfelwächte mit Stufen präpariert.

Der Gipfel des Piz Turettas. 360° ungetrübte Sicht in bestem Licht. Der Ortler zum greifen nah. Weit und breit kein Mensch. Einfach Traumhaft. Der Abstieg: Gehe Richtung Osten zu Punkt 2957, dann den steilen Nordgrat herunter. Einmal leicht in den Nordosthang ausweichend sonst direkt auf der Krete. Der Schnee ist sehr griffig – optimal. Bald wird es flacher und ich ziehe einen weiten Bogen über die Chazfora nach Westen – herrlich –  um durch eine Mulde zum Pass beim Lai da Chazfora zu gelangen. Halte ein paar Minuten inne um die letzten Sonnenstrahlen wirken zulassen.

Gesehen habe ich den ganzen Tag nur zwei Skifahrer. Aber eine schön weiche (unter dem windgepressten Schnee verbirgt sich bester Pulverschnee) Schneeschuhspur von heute führt mich zum Waldrand unter Era da la Bescha. Zum Schluss auf harter Tourenskipiste durch den Nadelwald über Funtauna Grossa bis Curtin Dadora.  Kurz später sitze ich im Bus nach Zernez.

Fazit: Die weite  Anreise ins Münstertal hat sich voll ausgezahlt. Guter Schnee. Traumwinterwetter, tolle Aussichten.

Gesamtstrecke: 13065 m
Maximale Höhe: 2936 m
Minimale Höhe: 1652 m
Gesamtanstieg: 1324 m
Gesamtabstieg: -1324 m
Total time: 05:01:35
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Ftan – Alp Laret – Muot da l’Horn – Piz la Greala – Minschun Pitschen – Alp Clünas – Naluns – Salez – Ftan Grond

Wolkenlos, viel Schnee und  kalt ist es heute im Engadin. Starte in Ftan im Zentrum nach wenigen Metern,  am Dorfrand , verlasse ich die Strasse. Auf schöner Spur hoch und nördlich vom Hochalpine Institut Ftan in den Wald. Nun immer leicht steigend auf der gut zugeschneiten (60 cm) Alpstrasse bis zur Alp Laret. Immer wieder tun sich Ausblicke ins Tal auf. Über der Waldgrenze dann das volle Panorama.

Herrlich zieht sich eine Spur bis  zu den Alphütten. Hier rasten drei Schneeschuhläufer. Die einzigen für lange, erst zum Schluss im Skigebiet wird es noch einmal etwas lebendiger. Von der Alp Laret weiter gut gespurt zum Muot da l’Horn. Kurze Pause zum verpflegen und Aussicht genießen.

Bis zum Piz la Greala ziehe ich eine eigene Spur. Nach dem Übergang  auf 2502 Meter Höhe gehe ich dem Grat entlang. Schön auf dem harten Bereich der Wächten. Ab und zu mache ich einen Schritt auf den aperen Fels. Gewinne so zügig Höhe. Oben dann die Überraschung des Tages. Sturm ( 60-80 kmh!) muss erst ein paar Schritte zurück um die Windjacke anzuziehen. Gut eingepackt erreiche ich 15 Minuten später den Minschun Pitschen. Der Wind lässt nicht nach. Mache eilig ein paar Fotos.

Der Abstieg geht sehr flott, nutze dazu die Schattseiten mit herrlichem Pulverschnee. 20 Minuten und ich bin auf der Alp Clünas  Quere nun zum Sessellift der von Prui kommt. Am Skihaus vorbei nach Naluns. Der Hang unter der Bergstation ist heikel! An den steilsten Grashänge ist der Schnee abgerutscht oder bedrohlichen angerissen. Die Piste ist nicht offen und sehr grob bearbeitet. Nutze ein kurzes Stück zum Abstieg in die Gegend von Salez. Weiter unter dem Wald entlang Richtung Pravadler. Kurz vor der  Schlittelbahn steuere ich Ftan Grond direkt an. Am Dorfplatz warte der Bus nach Scuol – perfekt

Fazit: Viel Schnee, ruhige Gegend, gemütlicher Aufstieg. Ein stürmischer Gipfel. Erstaunlich stimmiger Abstieg bis nach Ftan Grond.

Gesamtstrecke: 18253 m
Maximale Höhe: 2902 m
Minimale Höhe: 1624 m
Gesamtanstieg: 1424 m
Gesamtabstieg: -1416 m
Total time: 05:27:49
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Bad Clavadel – Stadler Berg – Rossboden – Witihüreli – Wiitiberg – Sertig Sand – Walserhuus

Was am Montag nicht geklappt hat (Bus im Stau) geht heute perfekt.
Ursprünglich als leichte Tour geplant wurde es heute eine Anspruchsvolle. 30! Franken für eine Bergfahrt auf das Jakobshorn finde ich überteuert. Also starte ich in Bad Clavadel anstatt auf dem Berg.
Erst gemütlich dem Weg entlang zum Bauernhof Boda. Dann mehr oder weniger dem zugeschneiten steilen Pfad entlang durch den Wald zu den Hütten der Stadler Alp. Hier beginnt der breiter Rücken zum Stadler Berg. Ein Rücken von der  Art  „gleich bin ich oben – ach nein doch nicht..“ und so weiter. Zudem ist der Schnee im Alpenrosengürtel nicht durchgehend tragend. Ich sacke immer wieder ein – zermürbend! Zwanzig Minuten Stress – dann endlich  trägt der Schnee. Quere nun unter dem Jatzhorngrat und steige dann zur Senke am Rossboden auf.  Kurzer Verschnaufpause. Eine Runde auf dem Rossboden, hoch über dem Dischmatal, mit Aussicht von Osten zum Jakobshorn. Nun das Sahnestück! Der 700 Meter lange Nordgrat zum Witihüreli. Gut gehbar. Die Schlüsselstelle ist viel einfacher besteigen als es aus der Ferne den Anschein machte. Der mit Triebschnee gefüllte  Aufschwung (30-40 Höhenmeter, WT4) kann Gefahrlos bestiegen werden. Mit zehn von mir bis in den festen Grundschnee getretenen Stufen, im Schneefeld rechts der Gratfelsen, erreiche ich die Kuppe.
Die letzten Meter zum Gipfel sind weniger steil jedoch immer schmaler, aber es ist gut erkennbar wo die Schneeverwehungen aufsetzen.

Das Witihüreli. 360° Aussicht. Sonne pur, klar, windstill, und angenehm warm.

Der Abstieg. Kurz zurück über die Steilstufe – dann bergab immer schön in Richtung Hoch Ducan. Erst bei der ersten Tälli Alphütten ist eine Skispur in meine Richtung gezogen. Nicht lange – ab der Waldgrenze muss ich den Weg selber finden. Gar nicht so leicht den Einstig zu finden. Die Sonne ist untergegangen, und glatt bin ich  an der Waldgrenze zu hoch. Muss das GPS konsultieren um die richtige Höhe zu finden. Im Wald ist der zugeschneite Pfad dann besser erkennbar.
Zum Schluss ein lange Gerade über den Talboden nach Sertig Sand. Habe noch etwas Zeit bis der Bus nach Davos fährt.
Ein Dessert, ein warmer Tee und ein Teller mit Leckerei aus dem Samiklaussack im heimelligen Walserhuus überbrücken die Zeit – optimal genutzt.

Fazit: Trotz zwanzig  Minuten Stress im Aufstieg eine gelungene Tour. Vor allem wegen dem Grat zum Witihüreli und dem Abstieg über die herrlich offenen Alpen nach Sertig. Kaum Spuren und keine Menschenseele getroffen auf der ganzen Schneeschuhwanderung.

Gesamtstrecke: 11854 m
Maximale Höhe: 2614 m
Minimale Höhe: 1646 m
Gesamtanstieg: 1090 m
Gesamtabstieg: -879 m
Total time: 04:30:53
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