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St-Leonard – Bisse de Clavau – Sion

Vom Bahnhof St-Leonard direkt in die Rebberge. Steil hoch zur Bisse de Clavau der weitere Verlauf ist flach… Die Rebstöcke sind sehr unterschiedlich gewaschen: mal klassisch an Drähten hoch gezogen, mal schirmartig, mal fast kriechend, mal tief am Draht langgezogen. Einzelne Parzellen sind verwildert, die Trauben werden nicht mehr gepflückt. Vor Sion in der Cochetta, die Rebberge sind hier spektakuläre gestuft, kommen die Felshügel Valeria (Basilika), Tourbillon (Schloss, Sommerresidenz) und dahinter der Montorge ins Blickfeld.

Ich verlasse die Bisse de Clavau gehe herunter in die Stadt, durch den Friedhof Saint-François zur Altstadt von Sion. Habe knapp Zeit und klettere aussen zu den Mauern der Basilika Valeria hoch. Da muss ich noch einmal kommen.

Riffelberg – Gugle – Rosenritz – Hohtälli – Gornergrat – Riffelsee – Riffelberg

11 km,  800 Höhenmeter, 5 Stunden, WT5 Schwierigkeitsgrad Schneeschuhtour.

Im südlichen Wallis soll es ab Sonnenaufgang sonnig sein. Ich vertraue der Prognose und mache mich deutlich vor der Morgendämmerung auf den Weg. Vor Visp kurz ein Webcamcheck in Zermatt und 30 Franken in die Fahrt auf die Riffelalp investieren – Obschon es in Visp genau so neblig ist wie Zürich und Bern.
Die Sonne zeigt sich in voller Pracht, mit Neuschnee der die Bäume ziert, ab St. Niklaus. Die erst Verbindung auf den Gornergrat wird doppelt gefahren, der Andrang aus Südostasien ist gross.
Starte auf dem Riffelberg mit 30cm Pulverschnee genial Stimmung mit dem wolkenlosen Himmel. Die Sonne lässt die -10° kalte Luft angenehmer anfühlen.
Gehe möglichst weit nördlich zum Gugle (2720m) Ab hier auf dem Rosenritz nach Südenosten zum Gornergartsee (Kanonenspeicher). Weiter auf dem Weg über den Ritzengrat zur Bergstation Hohtälli Zermatt. Auf der Schattenscheite des Ritzengrat eine Überraschung… Der ganze Leehang ist auf den Weg gerutscht. Ein eindrücklich Menge Schnee. Die Gefahr hätte ich kaum erkannt. Aber den Hang auch nicht begangen. Der Weg (Piste) führt mich problemlos zum Gipfel des Hohtälli.
Atemberaubend die Sicht über den Gornergletscher zum Monte Rosa Massiv. Kurze Pause.

Vergössern

Nun die heikelste Passage dieser Tour (heute WT5). Der Weg über den Hohtälligrat ist von Treibschnee zugeweht. Traue mich nicht in den Flanken zu gehen (Erhebliche Lawinengefahr Stufe 3 und nach dem Anblick des grossen Schneebrettes unter dem Hohtälli). Ich gehe die heiklen Stellen mühsam direkt auf dem Kamm über mächtige Blocksteine. Diese Partie kostet mich enorm Kraft entweder stehe ich auf Fels oder sacke im 100cm Schnee ein. Den Abstieg habe ich mir einfacher vorgestellt.
Nach 800 Metern und 30 Minuten kann ich den Weg nutzen der nun nicht mehr in die Flanken führt. Der verwehte Schnee liegt aber weiterhin 40-50 cm hoch auf dem östlichen Gornergart.

Vergössern

Noch eine vom Schnee zugewehte Felsstufe schnaufende erobern – ein paar Meter südseitiger schneearmer Felsweg und ich stehe direkt über der Aussichtsplattform vom Gornergrat. Was für ein Kontrast. Bis hier war ich alleine und habe eine Firstline gezogen.
Gehe nun zügig zur Bergstation Gornergrat und dann wieder einsam und spurlos in grossen Bogen via Riffelsee über den Riffelberg zur gleichnamigen Bahnstation. Hier sammeln sich etwa 15 Wanderer die von Zermatt oder über die Piste vom Gornergrat kommen. Sogar der Kiosk ist geöffnet – Hotel und Restaurant sind zugerammelt.

Fazit: Das Matterhorn immer im Blick. Super sonniges Winterwetter und viel unberührte, frisch verschneite Bergwelt, wo in wenigen Tagen der Bär steppt

Gesamtstrecke: 11075 m
Maximale Höhe: 3242 m
Minimale Höhe: 2575 m
Gesamtanstieg: 791 m
Gesamtabstieg: -791 m
Total time: 05:02:09
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Sunnbüel – Gällihore – Uschenegrat – Wyssi Flue – Schwarzgrätli – Schwarenbach – Spittelmatte – Sunnbüel – Kandersteg

Gut das die Wetterprognosen selten stimmen. Am Sonntag war für heute Regen vorhergesagt. Falsch! Schnee in der Nacht und wolkenlos ab Sonnenaufgang ist die Realität.
Der Schnee liegt bis auf 1800 Meter Höhe um Kandersteg.
Beginne auf dem Sunnbüel und gehe zum Gällihore. Der Weg ist schneebedeckt, zum Glück breit gebaut. Er zickzackt moderat steigend durch die steilen Flanken zum Nordgrat.
Im Schatten ist der Schnee gefroren. Der Pfad  zum Gipfel des Gällihore ist erkennbar unter der Schneedecke und unproblematisch zu gehen. Geniesse das super klare Wetter.

Steige wieder auf den Weg am Nordgrat herunter. Von hier wandere ich dem Uschenegrat entlang. Immer schön auf dem zugeschneiten Wanderweg. Langsam steigend. Gegen den auffrischenden Wind. 500 Meter nach Punkt 2202 frage ich mich: Wie weiter, der Hang (über 45°) vor mir scheint heikel. Aber alles löst sich in Wohlgefallen auf. Ein abgesetztes Band führt mich quer durch den Steilhang. Dann eine Steilstufe direkt hoch auf den Grat. Nun über den Rücken zum Sattel vor dem Aufstieg zur Wyssi Flue. Dieser ist steil und mit viel Treibschnee aufgefüllt. Der Wanderweg ist schwer erkennbar. Zum Glück ist der Grat hier breit und nur nach hinten abschüssig. Vor dem Gipfel ist sogar eine Treppe installiert.
Oben – wie schon den ganzen Tag ungetrübte Sicht. Grossartig. Altels / Balmhorn, RinderhornFelshore  sind zum Greifen nah. Über die Gemmi sieht das Weisshorn. Nach Westen lug das Tschingellochtighore über den Entschligegrat. Östlich vom Gällihore erheben sich Jägertosse, Fisistock und das Doldenhorn über dem schattigen Gasteretal.

Grösser

Mein Plan weiter  zum Chindbettipass oder zum Roten Totz gebe ich auf. Ich habe genug Schnee gespurt und gehe vom Schwarzgrätli  durch die Tschalmeten bergab nach Schwarenbach. Hier hat die Sonne gewirkt, der Schnee ist nun Pflotsch. Der Pfad schmierig. Erhöhte Vorsicht ist deshalb notwendig im plus 35° steilen oberen Teil des Abstieges. Plötzlich sehe ich eine Herde Steinböcke, 25-30 Stück. Alles dabei von den alten Böcken bis zu den jungen Geissen. Mein Problem ist jetzt das die Tiere über mir sind und mein Weg im Zickzack darunter verläuft. Augen zu und durch – die Herde ist stehen geblieben und beobachte wie ich hastig absteige. Tea Time im Hotel Schwarenbach.

Die Waldgrenze reicht bis zum Hotel. Mein Weg über die Spittelmatte zur Bergstation Sunnbüel ist geziert von buntem Bergwald. Die Kontraste haben mit der sinkenden Sonne noch zugelegt. Ein herrlicher Schluss der Wanderung.

Fazit: Viel Sonne, Wind und Schnee. Ein phantastischer, entschleunigter Ausflug Dank den winterlichen Verhältnissen. 

Gesamtstrecke: 13253 m
Maximale Höhe: 2452 m
Minimale Höhe: 1874 m
Gesamtanstieg: 955 m
Gesamtabstieg: -955 m
Total time: 04:47:20
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Zermatt –  Chüeberg – Triftchumme – Platthorn – Furggji – Vielibodden – Triftbachtobel – Zermatt

Die bekannten Wetterfrösche hüpfen am Sonntag mit ihren Ankündigungen wild umher. Schön Wetter? Vielleicht im Wallis! Südlich von Visp ist das Wetter um 8 perfekt. Natürlich auch in Zermatt.

Der Start. Ich habe die geplante Route auf dem GPS geladen und finde so den direkten Weg an den Dorfrand hinter dem Bahnhof Zermatt auf Anhieb. Die Sonne wärmt kräftig ich ziehe kurze Hosen an.
Der Wanderweg steigt sofort kräftig an. Angenehm ist das gehen auf dem breiten Pfad. Dieser schlängelt sich durch die Felsbänder des Chüeberg über dem Bahnhof bis zur Waldgrenze. Ah nun gehe ich direkt auf dem Berg der Berge zum. Das Matterhorn lugt immer mehr über den Grat. Bald ist die Ebene von Recheten erreicht. Am Wegweiser stutze ich kurz und glaube ihm. Der Weg führt mich durch die Lawine Verbauungen unter dem Wisshorn. Um 250m unter dem Gipfel in die Triftchumme abzuzweigen. Toller Blick auf  Gabel-, Trift-, und Zinalrothorn.  Treffe auf die Alpinroute (Blau-weiss) zum Platthorn.  Erst sanft ab der Vegetationsgrenze immer steiler. Alles trocken und deshalb sehr schön griffig. Ich komme so etwas östlich des Furggji auf den Grat. Der Gletscher ist nur 2 Meter tiefer und hat hier keinen Schrund. Ich gehe weiter zum Platthorn. Die Spur wie gehabt aber nun fast maximal steil zum wandern ohne Hilfe von Stöcke oder Händen. Kalt weht die Bise. Oben muss ich die Windjacke anziehen.
Der Gipfel. Tolle Sich zum Matterhorn, Gabelhorn, Weissdorn, Mettelhorn, Täschhorn, Mischabelgruppe, sowie das Monte Rosa Massiv.
Unten am Pass erscheint das erste Menschliche Wesen seit der Bahnhofstrasse in Zermatt. Schnell unterwegs…  Ein Girl aus Florida. Kurz unterhalten aber ich friere mir eines ab – muss mich bewegen.
Der Abstieg: Gehe zum Furggji teste den Gletscher und entscheide heute nicht zum Mettelhorn zu gehen. Ist mir zu eisig. Kein Neuschnee, keine Steigeisen, keine Stöcke. Also weiter auf dem Grat bis zur unsäglichen Bretterbude. Schrecklich alles verlottert und zugemüllt! Schnell weiter. Weglos direkt zumSee unter dem Tschuggen.  Nun zurück zur Aufstiegsroute dafür muss ich noch einmal 100 Höhenmeter Weglos gehen. In der Ebene treffe ich auf die US Amerikanerinnen vom Gipfel. Wir unterhalten uns etwas länger und steigen dann gemeinsam über den Vieliboden und das Triftbachtobel hinunter nach Zermatt. Im Tobel überholen uns drei Mountainbiker. Richtige – ohne Motor und echte Könner. Die Abfahrt sieht sehr flüssig und elegant aus. Der Weg ist gut,  nicht ohne Hindernisse zudem sind die Kurven eng und ausgesetzt. Bravo hat Spass gemacht zuzuschauen.
Vor lauter Plaudern habe ich die Landschaft kaum noch erlebt. Ich weiss wieso ich normal alleine gehe.
Sie war übrigen schnell oben 150 Minuten. Ich brauchte 50 mehr.

Fazit: Zermatt wolkenlos in satten Herbstfarben. Einsam ist diese Seite – kein Wunder die Bahnen sind auf der gegenüberliegenden Talseite. 

Gesamtstrecke: 17663 m
Maximale Höhe: 3305 m
Minimale Höhe: 1606 m
Gesamtanstieg: 1908 m
Gesamtabstieg: -1908 m
Total time: 05:59:54
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Giv – Gibidumsee – Gibidumpass – Heido Suone – Obers Fulmoos – Zigera – Bistinepass – Simplonpass

Kalt ist es geworden. Wir wandern heute von Visperterminen/Giv los. Raureif ziert die Lerchen unter dem Gibidumpass. Der Boden ist aber nicht gefroren und die Ostseite der Bäume ist getaut. Das Gras ist Braun auf dem Pass. Das Bietschhorn guckt durch den Nebel und spiegelt sich im See. Auch die Mischabel Gruppe  und Weisshorn lugen auf den Wolken. Chic
Wir folgen der Heido Suone ins Nanztall ein  gemütlicher Spaziergang. Zweimal muss man sich um eine Felsnase windeln und im Aufstieg zum Obers Fulmoos ist es nass aber Schneefrei. Vor zwei Jahren musste ich hier wegen Altschnee fast aufgeben. Die Bergspitzen und Gletscher Richtung Fletschhorn sind meist in Nebel gehüllt – nur kurz zeigt sie sich.
Der Weg aus dem Nanztal durch die  Zigera ist  überraschend einfach (bin noch nie hier durch) Verwirrend sind einige Wegweiser. Die Marschzeit ist immer für den ganzen Weg von Giv zum Simplon angegeben. Zu Glück bin ich nicht darauf angewiesen…
Unter dem  Bistinepass öffnet sich die Sicht auf den Simplon und die Gipfel (Hüschhorn, Breithorn, Monte Leone, Wasenhorn/Punta Terrarossa) im Osten der Passstrasse. Der Wanderweg verläuft moderat und bringt uns bequem nach Blattu.
Nach einem kurzen Anstieg dem Wilderomatischen Chrummbach entlang erreichen wir das Hotel Monte Leone

Fazit: Einfache Wanderung der berühmten Heido Suone entlang und unschwer über die Höhen zum Simponpass

Gesamtstrecke: 18366 m
Maximale Höhe: 2486 m
Minimale Höhe: 1892 m
Gesamtanstieg: 1199 m
Gesamtabstieg: -1148 m
Total time: 05:34:44
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Jorasse – Petit Pré – Euloi – Col de Fenestral – Grand Cor – Dent de Morcles – La Forcle – Alp Pré de Bougnonne

Am letzten Mast der Seilbahn Ovronnaz – Jorasse lichtet sich der Nebel. Stahlblauer Himmel – Sehr schön.
Nehme den Wanderweg zur Alp Petit Pré Und gehe zur eindrücklichen Ebene Euloi.
Auf dem Weg zum Col de Fenestral überhole ich etwa 15 Wanderer. Reger Betrieb zur und auf der Cabane de Fenestral
Vom Pass nehme ich die Blau-Weiss markierte Route. Nach dem Kreuz gleich eine heikle Hangquerung. Mergel und Tonkalksteinen die Spur ist Fussbreit und nicht immer flach. Nach etwa 500 Metern erreiche ich den vegetationslos Grand Cor. Die Route ist gut markiert und führt mich problemlos durch die kieselhaltige Kalksteinlandschaft. Auf einer immer steiler werdenden Geröllhalde erreiche ich die erste Kletterstelle. Gute gestuft und Spalten zum halten – keine Ketten oder Fixseile. Nun über ein breites Felsband zum nächsten Hindernisse ein gut 6 Meter hoher Felsblock mit einem Spalt. In diesem klettere ich  hoch und gelangt so auf das flache Dach des Felsen. Weiter über Felsspalten zu einer abgeschlossenen Rinne gefüllt mit Felsblöcken die aufrecht, ohne zu klettern, gemeistert werden. Jetzt folgt eine Schneegefüllte Felsspalte mit Schrund auf der Talseite. Ganz links ist der Schnee bündig am Fels. Hier einstiegen und in der Mitte des 20 Meter breiten Eis-/Schneefeldes queren. Zum Schluss Kalkkies bis zum Gipfelkreuz des Dent de Morcles. Rundumsicht. Die Nebelschwaden reichen bis etwa 1800 Meter und sind löcherig. Der Genfersee ist gut zu sehen. Südlich der Mont Blanc wolkenlos.
Der Abstieg: Die Kletterstellen fühlen sich von oben besser an, wahrscheinlich weil ich weiss was auf mich zukommt. Gleicher Weg bis in die Ebene von Euloi. Da ich noch Zeit habe mache ich einen Umweg über La Forcle  und die Alp Pré de Bougnonne nach Jorasse. Schön wie die obersten Föhren hier die Landschaft zieren – man muss allerdings die Skilifte ausblenden.
Zwei kurze Passagen auf dem Alpinwanderweg T4 , der Rest ist T2.
Fazit: Sehr gutes Wetter. Vielfältige Landschaft. Die Gegend ist für mich neu.

Gesamtstrecke: 15522 m
Maximale Höhe: 2923 m
Minimale Höhe: 1926 m
Gesamtanstieg: 1213 m
Gesamtabstieg: -1213 m
Total time: 04:30:29
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