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Bernina Diavolezza – Val da Fain – Vidvart la Stretta – Piz dals Lejs – Muot Arduond – Passcul d’Avuost – Val Torta – Punt da Curtinatsch

Schön Wetter – ganz im Süden sagt MetoSchweiz. In Chur fällt Schnee. Die Landschaft vom Domleschg bis ins Albulatal sieht aus wie im richtigen Winter. Im Val Bever dann die ersten Sonnenstrahlen.
Fahre bequem von Chur nach Bernina Diavolezza. Fünfzig Meter nach der Station wandere ich im schönsten Neuschnee Richtung Alp Bernina. Die Sonne scheint und… es bläst ein scharfer Wind von Norden über den Pass. Zum Glück lässt dieser nach sobald ich das Val da Fain erreiche.
Spurlos, sanft steigend folge ich dem tief eingeschnittenen Ova da la Val da Fain. Nach einer guten Stunde bin ich auf der Alp Stretta.
Nun beginnt der Aufstieg. Erst in der Sonne dann im Schatten Richtung Sattel zwischen Muot Arduond und Piz Minor. Je höher ich komme je stärker meldet sich die steife Bise zurück. Die folgende Ebene ist Wind geformt und stark zerklüftete. Ich orientiere mich an der riesigen Wächte die sich über den Giandas Minor  gebildet hat und zum Gipfel des Piz dals Lejs hoch zieht. Ohne Schaufel ist das Hindernisse nur in der Mitte begehbar.
Der Grat zum Gipfel ist eindrücklich. Komme ich da hoch? Ja – die Schneedecke ist griffig und noch wichtiger stabil. Nur auf der Westseite löst sich ab und zu eine grössere Schneescholle – also eher östlich der Kante abstehen. Die Schlüsselstelle ist nur kurz. Vom Gipfel sieht man in alle Himmelsrichtungen; dominant Piz BerninaPiz Palü, ganz nah der Piz Lagalb. Und natürlich der leicht höhere Nachbar Piz Minor. Von Norden fliessen immer wieder Nebelfetzen die über die Gebirgskämme beim Piz Stretta.
Gehe noch bis zum italienischen Grenzstein herunter und mache mich dann auf den Rückweg. Nun habe ich den Wind von vorne. Muss mich voll einpacken Windjacke mit voll zugezogener Kapuze, Gesichtstuch bis unter die Augen und die Mütze bis knapp über die Augen diese schützten meine Korrekturbrille. Handschuhe mit übergezogenen Socken und zwei dicke Pullover.
So eingepackt komme ich gut den steilen Grat herunter. Dann durch die wilde Ebene und noch einen Abstecher zum Muot Arduond. Den Piz Minor schenke ich mir heute. Ich komme wieder. Der Abstieg ins Heutal ist optimal finde die mit Schnee voll gewehten Rinnen. Quere bald nach Westen zu Punkt 2582 und Punkt 2523. Hier an der Sonne kann ich abrüsten. Mütze, Handschuhe, und Pullover ohne Jacke, das reicht nun. Den der Wind kommt nicht ins Val da Fain hinein.
Gut vier Kilometer lang ist mein Weg bis zur Punt da Curtinatsch noch. Für ein Tee am Ziel reicht es nicht. Aber im Panorama Express nach Chur sitze ich dann im Restaurant.

Fazit: Einsam, wie unberührt, schöne Landschaft oft mit Aussicht auf die Bernina Gruppe. Sibirischer Wind auf den Höhen