Lavertezzo – Valegg d’Orgnana – Laghetto d’Orgnana – Boccetta d’Orgnana – Pizzo d’Orgnana – Mött di Pegor – Cima – Valaa – Pizzit – Mergozzo – Val di Chiegg – Gordevio

Unter der Ponte di Salti ist alles voll um 9 Uhr – die Instagram Meute ist im Verzascatal angekommen. Ich gehe im Westen der Verzasca entlang und bin bald für mich. Fotografiere ein bisschen grünes Wasser und bunten Fels. Schön.
Aber nun an die Arbeit… Zwölfhunert Meter nach der Brücke in Lavertezzo geht es los. Der Wanderweg ist am Anfang aufgefrischt. Nach fünfzehn Minuten bergauf markieren Handschuhe unter einem Trittstein das Ende der Weginstandhaltung. Die ersten Felswände weissen den Weg zum Taleingang. Schatten und das Rauschen des Valegg da Cansgel beschäftigen nun meine Sinne. Der Weg steigt stetig und ist nun immer in Sichtweite des Wassers. Ein Wasserfall folgt dem Nächsten, selten unterbrochen von Wasserrutschen ähnlichen Partien. Es gibt die eine oder andere schön Badestelle. Aber ich habe ja noch mehr vor –  also weiter. Etwa eine Stunde gibt es nur eine Richtung – nach oben. Schweisstreibend steil!
Dann die Waldgrenze und die Sicht zu den Bergspitzen ist offen. Zugleich ist die Steigung des Wanderweges moderater. Heidelbeeren sind reif. Lecker. Kurz vor der aufgegebenen Alp Orgnana überquere ich den Valegg d’Orgnana.Nun ist der Pass im Fokus. Zuerst steigt die Route noch einmal kräftig an und ich erreiche den eckigen Laghetto d’Orgnana. Kurze Verschnaufpause.  Die Boccetta d’Orgnana ist wie ein Tor flankiert von Felstürmen. Kein Wegweiser – nichts. Zwanzig Höhenmeter tiefer dann die Infos und die Abzweigung. Gehe auf der Blau-weiss markierten Route. Was ich bei der Planung als Querung in +45° Gelände gelesen habe ist in Wahrheit ein steiler Aufstieg über kahle Felsplatten und zwei Felsrippen. Spektakuläre die Stelle mit dem weit übersenden Felszahn, die Route führt direkt darunter durch. Kurz danach verlasse ich den Alpinkurs und ziehe über den Grasshang direkt zum Pizzo d’Orgnana hoch. Etwas östlich sind die Aussicht und vor allem die Luft besser. Die Zeigen liegen 300 Meter tiefer – gut so. Nach einer ausgiebigen Rast gehe ich weiter immer schön auf dem Grat. Dieser ist etwas gezackt aber mit wenig Handarbeit aufrecht gehbar. Gehe nur bis zur Cima über der Alpe di Valaa. Genug bergauf für heute, entscheide ich.
Der Abstieg. Weglos über den Grat bis zum Wanderweg. Nun durch den Kessel der verlassen Alpe di Valaa.  Was jetzt folgt ist wüst. Irgendein (D)Sepp hat den Weg zur Alp Pizzit gebaggert, und keine Entwässerung gemacht. Restultat das Ganze ist ein ausgewaschener Graben geworden. Die Hütten, mit vielen Zeigen überall, sehen genau so stümperhaft und unfertig wie der Weg darüber aus. Am liebsten würde ich dem Besitzer als Strafe die zahlreichen Schweizerfahnen an den diversen Hütten konfiszieren. Ist aber niemand zu Hause… Zu Glück ist der Bagger nur über dem Hof zum Einsatz gekommen. Darunter ist der Weg gut mit allen Arten von Stufen gefertigt (Fels, Granit,  Holz, Erd,  und Bahnschwellen). Gefühlte 10000 sind es bis in Tal. Natürlich je tiefer je besser unterhalten. Im Bereich des Dorfes sind sogar Betontreppen verbaut.
Fazit: Die Verzasca Seite und Grat sind attraktiver als die Maggiatal Seite mit der Ziegenalpsiedlung. Alternativ kann man zum Abschluss in gut zwei Stunden von der Boccetta d’Orgnana Richtung Locarno/Cimetta (Seilbahn) gegen. 

Gesamtstrecke: 17477 m
Maximale Höhe: 2186 m
Minimale Höhe: 310 m
Gesamtanstieg: 1916 m
Gesamtabstieg: -2144 m
Total time: 07:05:51
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